Ratgeber Auto & Mobilität
Einen Supersportwagen mieten – ein Bekannter hat mir in zehn Minuten gezeigt, worauf es in Deutschland wirklich ankommt.
Er hat keine große Rede gehalten. Er hat mir seinen Mietvertrag vom letzten Wochenende gezeigt – und ich habe sofort verstanden, warum ich es jahrelang falsch angegangen bin.
Markus Rehberg
Motorjournalist & freier Autor · Aktualisiert August 2026

Es gibt eine Sache, die mich beim Thema Sportwagen immer geärgert hat: Ich habe angenommen, dass ein Ferrari oder Lamborghini nur für Menschen erreichbar ist, die sich einen zweiten Wagen in die Garage stellen können. Also blieb es beim Zuschauen – auf der Autobahn, bei Videos, auf Automessen.
Mein Bekannter Sebastian, der seit Jahren im Fahrzeughandel arbeitet, war zum Grillen da. Ich beklagte mich beiläufig darüber, dass so ein Auto eben ein Traum bleibt. Er holte sein Handy heraus und sagte: „Schau dir das mal an.“
Was Sebastian mir gezeigt hat – in zehn Minuten
Auf dem Display war ein Mietvertrag. Ein Wochenende, Freitagmittag bis Montagmorgen, ein Sportwagen mit über 600 PS. Dazu ein festes Kilometerpaket, eine Kaution, eine Vollkaskoversicherung mit begrenzter Selbstbeteiligung. Kein Kauf, kein Kredit, keine Wertverluste, keine Werkstattrechnungen.
„Du willst kein Auto besitzen“, sagte er. „Du willst zwei Tage damit fahren. Das ist ein völlig anderes Produkt – und es kostet einen Bruchteil.“

Was er erklärt hat
Der Preis entsteht nicht durch das Auto allein, sondern durch drei Punkte: die Mietdauer, das Kilometerpaket und die Selbstbeteiligung. Wer ein Wochenendpaket nimmt, statt tageweise zu mieten, zahlt pro Tag deutlich weniger. Wer realistisch plant, wie viele Kilometer er wirklich fährt, zahlt keine Zusatzkilometer. Und wer die Selbstbeteiligung bewusst wählt, weiß vorher genau, welches Risiko er trägt.
Das war der Moment, in dem der Groschen fiel. Ich hatte nie ein Angebot verglichen. Ich hatte nur einen Kaufpreis im Kopf – und den mit einem Erlebnis verwechselt.
„Ich miete zwei- bis dreimal im Jahr. Freitag holen, Montag zurückgeben. Steuer, Versicherung, Reifen, Stellplatz – nichts davon ist mein Problem.“
Dann hat er mir das Wochenende überlassen
„Probier es einmal aus“, sagte er. Also habe ich es getan. Freitagmittag Abholung in Düsseldorf, Übergabeprotokoll, kurze Einweisung in Fahrmodi und Liftsystem. Danach die A3 Richtung Süden, abends Serpentinen in der Eifel, Sonntag Nürburgring-Umgebung.
Was mich überrascht hat: nicht die Beschleunigung. Sondern wie unkompliziert alles war. Tanken, zurückgeben, Kaution frei. Kein Papierkrieg, kein Nachspiel.

Was er noch nebenbei erwähnt hat
Sportwagen werden nicht nur für Ausfahrten gemietet. Auch für Hochzeiten, Firmenjubiläen, Fotoshootings, Geburtstagsgeschenke. „Ein Wochenende im Supersportwagen kostet weniger als viele Kurzurlaube“, sagte er. „Und man erinnert sich länger daran.“
Sein letzter Hinweis: nicht erst zwei Tage vorher anfragen. Die begehrten Modelle sind an Wochenenden, Feiertagen und in der Hochzeitssaison früh vergeben.
⚠ Hinweis zur Verfügbarkeit:Die Flotte ist bewusst klein gehalten. Bei den beliebten Modellen kommt es an Wochenenden regelmäßig zu Engpässen. Wer ein bestimmtes Datum plant, sollte die Verfügbarkeit früh prüfen.
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